BARF-Ernährung – wie beginnt man richtig und warum die richtige Balance entscheidend ist?

Die BARF-Ernährung (Biologically Appropriate Raw Food), also die Rohfütterung, gewinnt bei Hunde- und Katzenhaltern seit Jahren an Beliebtheit. Immer häufiger wird sie als Alternative zu Fertigfutter gewählt, da sie auf natürlichen, unverarbeiteten Zutaten basiert und volle Kontrolle über den Napfinhalt ermöglicht.
Gleichzeitig ist BARF ein Ernährungsmodell, das Wissen, Planung und eine bewusste Nährstoffbilanz erfordert. Rohes Fleisch allein reicht nicht aus, um die Ernährung langfristig vollständig und ausgewogen zu gestalten.

Was ist BARF?
Die BARF-Ernährung basiert auf rohen tierischen Zutaten wie Muskelfleisch, Innereien und fleischigen Knochen sowie gezielt ausgewählten Ergänzungen. Ziel ist es, die natürliche Ernährung von Fleischfressern möglichst realistisch nachzubilden – angepasst an die Bedürfnisse moderner Hunde und Katzen.
BARF ist kein simples „rohes Fleisch“, sondern ein ganzheitliches Ernährungskonzept, das voraussetzt:
● richtige Nährstoffverhältnisse,
● Kontrolle von Mikro- und Makronährstoffen,
● gezielte Ergänzung fehlender Bestandteile.
Warum entscheiden sich Halter für BARF?
Ein Hauptgrund für BARF ist der Wunsch nach Kontrolle über die Zusammensetzung der Mahlzeiten. Halter wissen genau, welche Zutaten verwendet werden, und können diese an Alter, Aktivität oder individuelle Bedürfnisse anpassen.
Viele möchten zudem stark verarbeitete Futtermittel vermeiden und auf natürliche Komponenten setzen. Für zahlreiche Tierhalter ist BARF Teil eines bewussten und verantwortungsvollen Ernährungsansatzes.
Ist BARF gesund?
BARF kann eine wertvolle Ernährungsform sein – vorausgesetzt, sie ist korrekt ausgewogen. Genau diese Balance ist der entscheidende Faktor.
Rohes Fleisch liefert Protein und Energie, deckt jedoch nicht immer den Bedarf an:
● Calcium und Phosphor,
● Jod,
● Eisen,
● B-Vitaminen,
● Vitamin E,
● essentiellen Fettsäuren.
Diese Nährstofflücken entstehen schleichend und bleiben oft lange unbemerkt. Daher ist Supplementierung ein natürlicher Bestandteil der BARF-Ernährung.
Wie beginnt man mit BARF?
Der Einstieg in BARF sollte schrittweise erfolgen. Empfehlenswert sind:
● grundlegende Kenntnisse zur Nährstoffbilanz,
● Beratung durch einen Tierernährungsberater,
● langsame Umstellung des Speiseplans.
BARF sollte nicht improvisiert werden – Planung, Beobachtung und Konsequenz sind entscheidend.

Welche Ergänzungen sind bei BARF wichtig?
Eine ausgewogene BARF-Ernährung erfordert Zutaten, die über Fleisch und Innereien hinausgehen:
Bierhefe
Natürliche Quelle von B-Vitaminen, wichtig für Stoffwechsel, Haut und Fell.
Meeresalgen
Wesentliche Jodquelle zur Unterstützung der Schilddrüsenfunktion.
Calciumcarbonat
Hilft, den korrekten Calcium-Phosphor-Wert einzuhalten.
Hämoglobin
Quelle für Eisen, das für den Sauerstofftransport benötigt wird.
Lachsöl
Versorgt mit Omega-3-Fettsäuren als Bestandteil der Fettbilanz.
Lebertran
Quelle der Vitamine A und D – erfordert präzise Dosierung.
Nicht jodiertes Salz
Ergänzt Natrium und Chlor in der Rohfütterung.
Vitamin E
Wirkt antioxidativ und ergänzt fettreiche Rationen.
Taurin (besonders wichtig für Katzen)
Essentielle Aminosäure, die Katzen mit der Nahrung aufnehmen müssen.
BARF mit Plan statt Bauchgefühl
BARF bietet Flexibilität, sollte jedoch niemals auf Zufall basieren. Bewusste Rohfütterung bedeutet:
● Planung,
● Kenntnis der Tierbedürfnisse,
● regelmäßige Ergänzung,
● konsequente Beobachtung.
Zusammenfassung
BARF gibt Haltern Kontrolle, erfordert jedoch Verantwortung und Wissen. Eine ausgewogene Ergänzung der Ernährung hilft, langfristige Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten.











